Vorgehen am Beispiel Hüftdysplasie

Vorgehen am Beispiel Hüftdysplasie

Eingriff: Nach einer sorgfältigen Diagnose mit Hilfe u.a. der Gangbildanalyse, Schmerz- und Triggerpunktpalpation (= manuelle Untersuchung auf Schmerzsituation) und Hüftröntgen werden dem Hund in Narkose um jede Hüftpfanne an mehreren Stellen zwischen drei und sieben Golddrahtimplantate eingesetzt. An das Zielgebiet (z. B. Gelenkkapsel) wird eine Hohlnadel herangeführt. Die Einstichstellen befinden sich an den Akupunkturpunkten (Gallenblase 29, 30 und 31) vor, über und hinter dem Hüftgelenk. Nach Prüfung der richtigen Lage wird in den Konus der Nadel ein ca. 2 bis 3 mm langes, steriles Golddrahtstück (24 Karat Gld) eingelegt und mit einem stumpfen Metallstift (Mandrin) in die Tiefe vorgeführt. Danach werden Nadel und Mandrin entfernt. Bei Bedarf und arthritischen Veränderungen werden über die gleichen Punkte der Oberschenkelhals bzw. die hüftbewegende Muskulatur bedient. Nach Beendigung der Narkose stehen die Hunde problemlos auf – so, als wäre nichts geschehen. Die Methode ist minimal-invasiv und bereitet dem Patienten keine Operationsschmerzen. Der Eingriff dauert je nach Schwere der Erkrankung normalerweise zwischen 45 Minuten und zwei Stunden. Die Golddrahtstücke wachsen ohne weitere Probleme im Gewebe ein und verbleiben ein Leben lang an der gewünschten Stelle; sie wandern nicht.

Op Hyftdysplasie

Nachbehandlung: Nach zwei Tagen bis zwei Wochen können die positiven Veränderungen beim Patienten beobachtet werden. Die Schmerzen nehmen deutlich ab oder verschwinden gänzlich.

Bewegungstraining:

In der Phase der ersten Schmerzlinderung bzw. –stillung nutzen wir die neuen Bewegungsmöglichkeiten, um das normale Gangmuster wieder zu erlernen. Der Hund wird bis zur Nahtentfernung (i.d.R. 10 bis 14 Tage nach OP) an der kurzen Leine im schnellen kontrollierten Schritt bewegt (kein Trab, kein Galopp). Bei Trab oder Galopp wäre es dem Hund möglich, den „alten“ Schmerz durch Ausgleichsbewegungen zu vermeiden. Im Schritt hingegen muss das Gelenk „durchbewegt“ werden. Die Spaziergänge sollten zweimal täglich durchgeführt werden und so lange dauern, wie es die Kondition des Hundes zulässt. Dadurch wird das Gangbild des Hundes weitgehend normalisiert und der Muskelaufbau gefördert. Die Umstrukturierung, der Muskeln kann oftmals schmerzhaft sein oder zu starken Missempfindungen führen, da sie nach z. T. jahrelanger Schonbewegung wieder oder teilweise erstmals eingesetzt werden. Vorübergehend kann es zu „Muskelkater“ in den betroffenen Regionen kommen. Diese Phase geht im Normalfall ohne medikamentöse Schmerzstillung vorüber, dauert aber manchmal bis zu 3 Wochen. Auch die Strukturen de Beckens und die hinteren Abschnitte der Wirbelsäule, die bisher aufgrund der Schonhaltung arg in Mitleidenschaft gezogen waren, werden nun normal belastet und es ist mit keinen weiteren knöchernen Zubildungen in diesem Gebiet mehr zu rechnen.